Geld. Es ist eines dieser Themen, um die man herumtanzt, wie Politik am Esstisch oder die Frage nach dem Alter einer Person. Selbst in Familien fühlen sich Gespräche über Gehälter, Schulden oder Ersparnisse oft unangenehm an. Die Ironie dabei ist, dass Geld einen so großen Teil des täglichen Lebens ausmacht – von den Lebensmitteln im Kühlschrank bis hin zur Frage, ob ein Traumurlaub ein Traum bleibt. CFIEE, der Internationale Rat für Wirtschaftserziehung, ist der Meinung, dass dieses Schweigen seinen Preis hat. Und sie haben beschlossen, etwas dagegen zu unternehmen.
Ihr Ansatz ist nicht der trockene Vortragssaal-Typ, voller Diagramme und Fachjargon. Stattdessen schafft CFIEE sichere, unterstützende Räume, in denen Menschen offen über finanzielle Entscheidungen sprechen können, ohne Angst haben zu müssen, beurteilt zu werden. Die Idee ist einfach: Wenn Menschen Geschichten aus dem wirklichen Leben austauschen – die Kämpfe, die kleinen Siege, die Fehltritte –, wird das Lernen praktischer. Es geht nicht mehr um abstrakte Theorien, sondern um die menschliche Seite der finanziellen Entscheidungsfindung.
Viele Mitglieder haben beschrieben, wie erleichtert sie waren, einfach laut sagen zu können: „Ich habe Schulden und weiß nicht, wo ich anfangen soll.“ Eine solche Eingeständnis, das in einem zwanglosen Gespräch am Arbeitsplatz undenkbar wäre, wird in einem CFIEE-Kreis zur Normalität. Und sobald es ausgesprochen ist, öffnet sich die Tür für Ratschläge, Ermutigung oder einfach nur ein verständnisvolles Nicken von jemandem, der schon einmal in einer ähnlichen Situation war. In diesen Momenten verbindet sich Bildung mit Empathie.
Es gibt auch eine kulturelle Dimension. In einigen Gemeinschaften ist das Thema Geld mit Stolz, Tradition oder sogar Scham verbunden. CFIEE versteht dies, daher ist das Dialogmodell flexibel. Eine Gruppe könnte Gespräche über die Budgetplanung für die Ausbildung der Kinder führen, während eine andere sich eher mit der Verwaltung der Haushaltsschulden befasst. Indem man die Menschen dort abholt, wo sie stehen, anstatt ihnen einen einheitlichen Inhalt vorzuschreiben, fühlt sich das Programm eher wie ein Gespräch unter Nachbarn an als wie ein Vortrag von oben.

Das Feedback der Teilnehmer zeigt, wie transformativ dieser Wandel sein kann. Eine Frau in den Dreißigern erinnerte sich daran, dass sie vor ihrer Teilnahme nie gewagt hatte, ihrer Bank Fragen zu stellen, weil sie das Gefühl hatte, dass sie „das schon wissen sollte“. Nach einigen Sitzungen bei CFIEE stellte sie nicht nur Fragen, sondern wechselte auch ihr Konto, um versteckte Gebühren zu sparen. Ein anderer Teilnehmer, ein Kleinunternehmer, gab zu, dass er immer seine privaten und geschäftlichen Ausgaben vermischt hatte – bis jemand in der Gruppe beiläufig erwähnte, wie hilfreich es für die Steuererklärung sei, diese zu trennen. Es war kein professioneller Berater, der das sagte, sondern nur ein Gleichgesinnter. Aber die Wirkung war sofort spürbar.
Dies sind keine Einzelfälle. Die Teilnahmequoten in den Community-Sitzungen des CFIEE sind durchweg höher als in traditionellen Unterrichtssituationen. Die Menschen kommen, weil sie wissen, dass ihre Meinung zählt. Sie gehen mit mehr als nur Notizen, sie gehen mit Gewohnheiten, Kontakten und einem Gefühl der Zugehörigkeit. Dieses Gemeinschaftsgefühl, das in der formalen Finanzbildung oft fehlt, sorgt dafür, dass die Mitglieder wiederkommen und das Gelernte im Alltag anwenden.
Bemerkenswert ist auch der Welleneffekt. Wenn jemand Selbstvertrauen im Umgang mit Geld gewinnt, bringt er diese neue Offenheit oft auch in seinen Haushalt ein. Eltern beginnen, mit ihren Kindern über Sparziele zu sprechen. Paare besprechen gemeinsam ihr Budget, anstatt sich darüber zu streiten. Selbst unter Freunden wird der beiläufige Austausch von „So habe ich hier gespart” immer normaler. Das Tabu verschwindet nicht über Nacht, aber mit jedem Gespräch wird es schwächer.
Das Modell von CFIEE liefert eine wichtige Erkenntnis für politische Entscheidungsträger, Pädagogen und sogar Arbeitgeber: Bei der Vermittlung von Finanzwissen geht es nicht nur um die Weitergabe von Wissen. Es geht darum, die Barrieren des Schweigens zu überwinden. Je mehr die Gesellschaft Gespräche über Geld normalisiert, desto besser sind die Menschen in der Lage, klügere Entscheidungen zu treffen – und desto weniger Stigmatisierung ist mit den unvermeidlichen Fehlern auf diesem Weg verbunden.
Der Slogan der Organisation, „Change the status quo“ (Verändere den Status quo), findet hier großen Anklang. Über Geld zu sprechen mag nicht für jeden einfach sein, aber es muss kein Geheimnis sein. CFIEE beweist, dass es bei der finanziellen Bildung, wenn sie auf Dialog und Gemeinschaft basiert, weniger um Zahlen in einer Tabelle geht, sondern vielmehr darum, dass Menschen anderen Menschen helfen. Und in einer Welt, in der finanzielle Belastungen eine der häufigsten Ursachen für Ängste sind, erscheint eine solche Veränderung nicht nur wichtig, sondern auch dringend notwendig.